Zwerg-New Hampshire Goldbraun

Jahresbericht Gruppe Thüringen

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Jahresbericht des Sondervereins Zwerg New Hampshire Gruppe Thüringen für das Zuchtjahr 2018/2019.
Unsere Gruppenschau wurde der 52. LV-Schau Thüringen vom 16.-17.11.2018 in Erfurt angeschlossen. 100 ausgestellte Tiere zeugten von einer breiten Zucht in Thüringen, obwohl wir uns zum Wettbewerb „ Goldener Ring von Thüringen“ doch noch einige Tiere mehr gewünscht hätten. Erfreulich sind die 18 Tiere in der Jugendabteilung. 10 Aussteller sind eigentlich kein befriedigendes Ergebnis , doch die Qualität der Tiere war durchaus ansprechend, wobei die weißen Nachholbedarf haben.
Am 19. Mai 2019 trafen wir uns in Gotha, Boxberg in der Gaststätte „Thüringer Wald“ zu unserer Gruppenversammlung . Dabei wurden folgende Schwerpunkte besprochen:
1. Auswertung der Vorstandssitzung in Frielendorf, am 14.04. mit allen bekannten Problemen
2. Auswertung Schausaison 2018

Hauptsonderschau in Aschersleben

  • wie immer gute Organisation von Herbert und seinen Leuten
  • gutes Tiermaterial von unserer Gruppe
  • schlecht besuchter Züchterabend
  • Jahreshauptversammlung war gut besucht, aber mit wenig Ergebnissen
  • Ausstellung Hannover
  • sehr gutes Tiermaterial
  • gute Ausstellung
  • leider nur ein Aussteller von unserer Gruppe
  • Ausstellung Leipzig
  • tolle Schau
  • gutes Meldeergebnis bei unseren Zwergen
  • zwei Aussteller von unserer Gruppe
  • beste Tierqualität der gesamten Schausaison

Nach einer ausgiebigen Diskussion und einem gemeinsamen gutem Mittagessen mit unseren Frauen, verbrachten wir eine schöne Zeit im angrenzenden Park und mit einer fröhlichen Kaffeetafel . Dann traten alle gegen 17 Uhr die Heimreise an. Unser Altmeister Helmut konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen. Es geht ihm aber wieder gut und er hat eine stattliche Herde Jungtiere aufgezogen.
Am 1. September war Familie Kipping in Rüx Gastgeber der Tierbesprechung. Pünktlich um 10,00 Uhr reisten die Züchter mit ihren Tieren an und nach einer herzlichen Begrüßung auf dem gepflegten Bauernhof führten wir unsere
Tierbesprechung durch. Alle beteiligten sich rege an den Fachgesprächen, so das keine Fragen offen blieben. Auch unsere Frauen fanden genügend Gesprächsstoff. Nach einem vorzüglichen Mittagessen schloss sich eine Besichtigung der Zuchtanlage sowie der Rinderzucht von Kurt an. Die obligatorische Kaffeetafel beendete einen gelungenen Tag.
Unsere Gruppenschau findet vom 09.-10. 11.2019 in Erfurt zur 53. LV.- Schau statt.
Roland Heß

Bericht der Gruppe vom Gruppensprecher Roland Heß

Werte Zuchtfreunde!
Das Zuchtjahr 2019 ist in vollem Gange und die Züchter stehen vor der verantwortungsvollen und auch schwierigen Entscheidung, die richtigen Ausstellungs- und Zuchttiere aus den Jungtierherden herauszufinden.
Dabei sollten immer zwei Aspekte beachtet werden:
– welche Tiere werden Ausstellungstiere,
– und welche Tiere sind nur zur weiteren Zucht geeignet.
Gerade dem zweiten Aspekt wird, meiner Meinung nach, oft zu wenig Bedeutung beigemessen.
Grundvoraussetzung ist natürlich immer die genaue Kenntnis der Elterntiere. Genau so wichtig ist es, mit der Selektion früh anzufangen, um Platz für die Entwicklung der verbleibenden Tiere zu schaffen. Diese ersten Selektionen können sich aber nur auf Frohwüchsigkeit, Vitalität, die Körperlänge, den Stand und besonders die Kammbildung beschränken. Für die weiteren Hauptrassemerkmale wie Rückenlänge, Brust, Dreiklang, Schwingenzeichnung und die Kehllappen sollten die Tiere schon Zeit für eine optimale Entwicklung bekommen. Nach meiner Erfahrung ist diese Beurteilung bei den Hennen mit ca. vier Monaten und bei den Hähnen mit etwa fünf Monaten erfolgversprechend.
In der Praxis bedeutet das für mich, die ersten Selektionen erfolgen bis zur Beringung und nach einer längeren Pause dann im genannten Alter. In diesem Zeitraum ist für mich die genaue Beobachtung der Tiere in der Herde von großer Bedeutung. In vertrauter und ruhiger Umgebung zeigen die Jungtiere ihre Form und den Entwicklungsstand, auch im Vergleich mit den Herdenmitgliedern am aller besten. Herausragende Tiere sollte man dann schon im Blick behalten.
Jetzt rückt für den Züchter auch der Vergleich der einzelnen Zuchtstämme ins Blickfeld. Zeigen sich hier deutliche Unterschiede muss das für die kommende Zuchtauswahl berücksichtigt werden. Damit wären wir bei den Tieren, die nicht für die Ausstellung, sondern hauptsächlich für die Zucht geeignet sind. Wenn zum Beispiel von einem Zuchthahn besonders gute Junghähne, aber kaum Hennen vorhanden sind, können diese Hennen aber für die weitere Zucht von vorrangigem Wert sein. Also schon in dieser Phase der Tierauswahl sind genaue Verwandtschaftsverhältnisse zu beachten.
Mein Bestand hat nun ein Alter von sechs Monaten erreicht und die Reihen haben sich gelichtet. Erst jetzt beginne ich mit der Auswahl der Ausstellungstiere und sie kommen erstmalig in den Käfig. Hier gilt der Grundsatz, erst an den Käfig gewöhnen und dann beurteilen. Nun beginnt die Zeit der oft schmerzlichen Entscheidungen, denn die Feinbeurteilungen bringen die kleinsten Fehler ans Tageslicht und „schön“ reden oder besser „schön“ schauen bringt uns hier nicht weiter. Wir sollten ehrlich zu den Zuchtergebnissen stehen und nur so an die Auswahl der Ausstellungstiere gehen. Dann stellen sich zukünftig auch die Erfolge ein.
Bei der Beurteilung der Jungtiere im einzelnen gilt grundsätzlich, bei der Bewertung der Hauptrassemerkmale keine Kompromisse oder Abstriche zu machen. An erster Stelle steht natürlich das Gesamterscheinungsbild mit Körperform, Kopfpunkten, Stand und Farbe. Dazu gehören Augenfarbe, Lauffarbe, Federfarbe und der Dreiklang. Ich möchte hier nicht
alle Einzelheiten erläutern, das steht im geltenden Standard am besten.
Gestatten Sie mir aber noch, auf einige Schwerpunkte gesondert hinzuweisen, die immer wieder zu Diskussionen führen. Zuerst der reduzierte Columbia-Faktor bei dem wir in der Zucht in den letzten 10 Jahren durch konsequentes Bewerten unserer Sonderrichter hervorragende Fortschritte erzielt haben. Dabei geht es um rußiges Untergefieder, Ruß auf den Decken und eine auslaufende und grobe Hals- und Schwingenzeichnung. Deshalb ist es unverständlich, das sogar Sonderrichter immer noch unterschiedliche Standpunkte da zu haben, mit der Begründung, bei den Großen New Hampshire- Hühnern wird es anders gehandhabt.
Dabei geht es insbesondere um die Handschwingenzeichnung. Ich meine, zu unserer derzeitigen Linie kann es keine Alternative geben. Es gilt, die erste Feder nach der Armschwinge kann schon mal unsauber sein, das ist vielleicht genetisch bedingt. Aber sonst, so zeigt die Praxis, ist das durchaus zu vermeiden. Schwarz in diesem Bereich ohne Bindung oder gar pfeffrige Einlagerungen sind nicht zu tolerieren.
Weiterhin möchte ich noch einiges zur Form und damit zur Gesamterscheinung unserer Tiere sagen. Auf den Großschauen der letzten Jahre bin ich wiederholt von Mitgliedern der Zuchtleitungen des BDRG und des BZA bei Rundgängen auf das hohe Niveau unserer Zwerge angesprochen worden. Mit der Aussage: es war noch nie eine so hohe Zuchtqualität der Tiere in der Gesamtkollektion zusehen. Nun liegt es in der Natur der Züchter, das sie nie vollends zufrieden sind und so ist es auch bei unserer Rasse. In den letzten Ausstellungsberichten und in den Vollversammlungen und Vorstandssitzungen sind auch wieder einige neue, alte Fragen aufgetaucht. Hier insbesondere die Fragen nach zu wenig Brustfülle und einem zu hohen und nicht gewinkeltem Stand bei den Tieren. Also habe ich versucht, mir mit Hilfe von älteren Dokumentationen und passendem Bildmaterial einen Entwicklungsüberblick zu verschaffen. Für mich war hier kein signifikanter Gegensatz zu erkennen. Gleichwohl gilt es diese Punkte genauer zu beleuchten und Stück für Stück auf züchterischem Gebiet zu bearbeiten. Dabei dürfen wir erreichtes nicht zerstören.
Wichtig erscheint mir noch darauf hinzuweisen, das wir den Größenrahmen einhalten. Wir haben zwar keine Probleme mit erheblichem Übergewicht, wie es andere Zwerge kennen, doch sollten wir ein waches Auge darauf haben. Besonders bei den Hähnen fallen mir einige zu große Vertreter auf. Wenn diese dann auch noch mit einem etwas zu wuchtigem Kammblatt ausgestattet sind, geht die feine Eleganz, die unsere Rasse auszeichnet verloren. Darauf sollten wir in Zukunft unbedingt achten.
Ich hoffe, dass ich einige Anregungen zur kommenden Schausaison geben konnte und wünsche allen Zuchtfreunden eine gute Zucht.
Roland Heß, stellv. Zuchtwart